Jakob®Tensegrity Torus, eine komplexe Struktur mit grosser Tragkraft, bestehend aus Stäben in Kombination mit Seilen.
Publikationsdatum 28. Februar 2020
Ein Tor zum Himmel

Jakob Tensegrity Torus

Was ist das für eine riesige ringförmige Struktur, die vor unserem Hauptegebäude zu schweben scheint?

Der Reiz, unsere Leistungsfähigkeit auszuloten, hat uns dazu bewogen, etwas Einmaliges zu planen und zu bauen: den Jakob®Tensegrity Torus, eine komplexe Struktur mit grosser Tragkraft, bestehend aus Stäben in Kombination mit Seilen.

Der Torus weist einen Durchmesser von 15 Metern auf und scheint vor unserem Hauptgebäude in Trubschachen frei in der Luft zu schweben. Er demonstriert unsere Fähigkeit, technisch anspruchsvolle Lösungen mit Drahtseilen zu realisieren und unsere Bereitschaft, ungewöhnliche Herausforderungen anzugehen.

Innovation hat bei Jakob Rope Systems Tradition. An die Grenzen gehen zwingt dazu, langjährige Erfahrungen und Abläufe zu überdenken. Nicht selten finden wir so neue Möglichkeiten, Bewährtes zu verbessern. Die Realisierung des Jakob®Tensegrity Torus hat uns die Grenzen des technisch Machbaren aufgezeigt. Wir sind überzeugt davon, dass unsere Kunden von unseren gesammelten Erfahrungen profitieren werden.

Tensegrity: Druck und Spannung

Tensegrity sind Tragstrukturen, welche aus einem kontinuierlichen System von Zugelementen und einem diskontinuierlichen Subsystem von Druckelementen bestehen. Die Struktur bedarf zu ihrer Stabilisierung einer ausreichenden Vorspannung. Der Begriff Tensegrity wurde aus der Wörtern «tensional» (Zugspannung) und «integrity» (Zusammenhalt) geprägt. Tensegrity-Strukturen wurden vom Künstler Kenneth Snelson (1927–2016) und dem amerikanischen Architekten und Ingenieur R. Buckminster Fuller (1895–1983) entdeckt. Kenneth Snelson hatte bereits kleine Skulpturen nach dem Tensegrity-Prinzip gebaut, bevor der Begriff Tensegrity überhaupt geboren war.

R. Buckminster Fuller, bei dem Kenneth Snelson damals Architektur studierte, erkannte das Potential der Skulpturen von Snelson und entwickelte in der Folgezeit eine Vielzahl weiterer Basissysteme mit dem Ziel einer Anwendung im Leichtbau: Die grössten Überdachungen der Welt, die sogenannten «Cable Domes», sind Anwendungen offener räumlicher Tensegrity-Systeme. Für kleinere Bauten können Tensegrity-Systeme dann wirtschaftlich sein, wenn es darum geht, leicht montierbare und demontierbare Bauwerke zu schaffen. Die Addition von Tensegrity-Grundelementen zu Gesamtragwerken und die Kombinationsmöglichkeiten von Tensegrity-Systemen mit anderen Tragsystemen zu hybriden Strukturen bieten ein grosses Feld von Entwurfs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Kraftakt mit Zukunftspotential

Für Entwurf und Gestaltung des Torus beauftragten wir den Tessiner Architekten Filippo Broggini, Produktion und Montage führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jakob AG in 5-jähriger Bauzeit aus. Der Entschluss, dieses ungewöhnliche Projekt zu realisieren, entspricht unserer Unternehmensphilosophie, wonach es sich immer wieder lohnt, Zeit, Energie und Geld in die Optimierung eines Produkts zu investieren, denn nicht nur neue technische Lösungen werden dabei gefunden.

Ein Kraftakt wie Planung und Bau des Jakob®Tensegrity Torus verbessert einerseits das Produkt und die Montagetechnik, entwickelt andererseits aber auch die Mitarbeitenden und deren Knowhow weiter. Während der Beschäftigung mit dieser ausserordentlich schwierigen Aufgabe – zusätzlich zur Alltagsproduktion – lernten alle Beteiligten dazu. Entstanden ist ein sowohl technisch als auch visuell äusserst anspruchsvolles Objekt.

Tensegrity-Daten

Ø 15 Meter Gesamtdurchmesser
84 Stäbe
420 Drahtseile
2480 kg Gesamtgewicht

Inox-Litze Ø 10 mm, 1 × 19 mit Aussengewinden links/rechts M14 

Erbaut 2005–2009 durch Mitarbeitende von Jakob Rope Systems 

Entwurf und Architektur:
Filippo Broggini, BLUEOFFICE ARCHITECTURE, Bellinzona

Statik:
Airlight Ltd., Biasca