Publikationsdatum 13. Juli 2020
Traditioneller Beruf mit Zukunftsperspektive

Vom Seiler zum Textiltechnologen

Warum eine Ausbildung zum Seiler heute immer noch zukunftsfähig ist. Ein ehemaliger und ein aktueller Lehrling erzählen.

Seiler: was nach traditionellem Handwerk und aussterbendem Berufszweig klingt, ist tatsächlich ein vielseitiger Beruf mit Zukunftsperspektiven. Die Jakob AG bietet deshalb regelmässig eine Lehrstelle an, die zum heute offiziell als «Textiltechnologe/-login EFZ Seil- und Hebetechnik» bezeichneten Beruf führt.

Warum ist die Ausbildung als Seiler heute noch zukunftsfähig? Wir haben einen ehemaligen Lehrling und einen aktuellen Lehrling befragt, warum sie diesen Beruf ergriffen haben.

Beat Kobel machte die Lehre als Seiler von 1994 bis 1997 bei der Jakob AG und arbeitet heute als technischer Verkäufer und Projektleiter. Sein Sohn Joshua ist seit 2019 in der Ausbildung zum Textiltechnologen. Im Museum der Jakob AG sprechen Vater und Sohn über die Unterschiede zwischen gestern und heute.

Früher Seiler, heute internationaler Projektleiter

Nach einer Ausbildzung zum Landwirt machte Beat Kobel seine Lehre von 1994 bis 1997 bei der Jakob AG, damals noch offiziell als Seiler. Beat erinnert sich, dass damals die Ausbildung noch sehr traditionell geprägt war: Die Abschlussprüfung bestand aus der Herstellung eines Stück Hanfseils auf handgetriebenen Maschinen.

Beat interessierte sich allerdings mehr für Edelstahlseile, mit denen die Firma Jakob damals die Architekturbranche aufmischte. Nach einigen Jahren wechselte er ins Verkaufsbüro, wo er Kunden bei ihren Projekten beriet. Mit dem wachsenden weltweiten Erfolg von Jakob wurde auch sein Job internationaler.

Mit nicht viel mehr als einem zweiwöchigen Englischkurs, wie er lachend erzählt, und viel technischer Erfahrung betreute Beat bald Architekturprojekte auf der ganzen Welt. Heute plant er komplexe Projekte wie grosse Zoogehege in Dubai, grüne Hochhäuser oder die Abstimmung der Produktion zwischen Jakob Schweiz und Jakob Saigon.

Die Erfahrungen seiner Seilerlehre und der Zeit aus der Drahtseilproduktion helfen ihm dabei noch heute. So kann er Architekten und Planern besser Auskunft über die Eigenschaften und Besonderheiten beim Einsatz von Drahtseilen in der Architektur geben.

Die Lehre heute

Seit 2019 absolviert Joshua Kobel seine Lehre als Textiltechnologe mit Fachrichtung Seil- und Hebetechnik bei Jakob Rope Systems. Dass sein Vater bereits bei Jakob arbeitet, war nicht der entscheidende Grund dafür. Eigentlich interessierte sich Joshua zuerst für eine Lehre als Polymechaniker. Nach einer Schnupperlehre bei Jakob blieb er jedoch bei den Seilen. Die regelmässigen Fahrten zur Schweizerischen Textilfachschule nach Zürich, wo der theoretische Unterricht stattfindet, nimmt er dafür in Kauf.

An der Lehre bei Jakob schätzt Joshua den Abwechslungsreichtum. In der Fabrikation werden auf grossen Maschinen Drahtseile produziert und bearbeitet. Hier werden verschiedene Metalle geschweisst, gepresst, geschnitten und gefräst. In der Faserseilabteilung hingegen steht das feinhandwerkliche Arbeiten mit verschiedenen Materialien im Vordergrund, das viel Fingerspitzengefühl verlangt. Überall braucht es auch theoretisches und mathematisches Verständnis, um Seilkonstruktionen und Seillängen berechnen zu können.

Selber aus einzelnen dünnen Drähten ein Stück Seil herzustellen, das mehrere Tonnen tragen kann: für Joshua ist das der faszinierendste Teil des Seilerhandwerks.

Zukunftsfähige Ausbildung

Aber ist es überhaupt sinnvoll, eine solche Ausbildung zu beginnen, wenn es nur wenige Stellen für Seiler in der Schweiz gibt?

Beat ist sich sicher, dass Seiler auch für viele andere Arbeiten bestens qualifiziert sind. Die Stärke ist für ihn die Vielseitigkeit des Berufs, die Verbindung vom Einsatz grosser Maschinen und Feinhandwerk. Drahtseile und Zubehör haben darüber hinaus ein riesiges Anwendungsgebiet, von der Architektur über die Industrie bis zu traditionellen Feldern der Seil- und Hebetechnik wie der Forstarbeit. Entsprechend lernt man den Umgang mit vielen verschiedenen Materialien und kann später auch in verschiedenen Bereichen arbeiten, ob im Bau, der Fördertechnik oder der Logistik. Und schlieslich ist er selber ein gutes Beispiel, wie anpassungsfähig ausgebildete Seiler sind und auch im Büro arbeiten können.

Deshalb macht sich Joshua keine Sorgen, einen aussterbenden Beruf zu lernen. Er konzentriert sich voll auf seine Lehre und ist sich sicher, dass die Fähigkeiten, die er bei Jakob erlernt, auch in Zukunft gefragt sein werden.

Fragen zur Ausbildung

Interesse oder Fragen zur Ausbildung als Textiltechnologe mit EFZ Seil- und Hebetechnik? Lust auf eine unverbindliche Schnupperlehre? Unser Berufsbildner Samuel Zürcher beantwortet gerne alle Fragen zur Ausbildung.

samuel.zuercher(at)jakob.ch

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